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Im Jahr 2011 feierte unser Blasorchester sein
60jähriges Bestehen.
Hier ein paar Bilder unserer Entwicklung:

 

 

Hier die Chronik unseres Orchesters:

Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges mußte in Deutschland schnellstens eine feste Ordnung geschaffen werden, damit sich ein normales Leben in allen Bereichen der Wirtschafts-, Sozial- und Kulturpolitik entwickeln konnte.

Auch im Geiseltal entfaltete sich nach und nach ein kulturelles, geistiges Leben. Die DDR-Regierung erließ 1950 die Verordnung zur Entwicklung der demokratischen Kultur und bewirkte damit die weitere Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen.

Auch im damaligen Braunkohlenwerk Neumark (ehemalige Braunkohlengrube und Brikettfabrik "Leonhardt") kam diese Entwicklung zum Tragen. Es wurden Kulturgruppen gegründet. Der Kollege Kurt Herchert von der Personalabteilung wurde mit der Kulturentwicklung des Betriebes beauftragt. Er sollte Interessenten für die einzelnen Genre finden, um einen Männerchor, eine Tanzgruppe und ein Blasorchester gründen zu können.

Bezüglich des Blasorchesters fanden sich im Jahre 1951 18 Kollegen zusammen, die aber weder Notenkenntnisse besaßen, noch ein Instrument spielen konnten. Unter Anleitung der Berufsmusiker Gerhard Wolf und Gerhard Kuckenburg wurden die ersten Schritte unternommen, um einem Instrument Töne zu entlocken. Die Instrumente stellte der Betrieb zur Verfügung. Geübt wurde im technischen Büro des Braunkohlenwerkes oder bei gutem Wetter im Freien, auf der Kippe oder an der Bandanlage. Es dauerte immerhin zwei Jahre, bis man von etwas Musik reden konnte, denn es wurde ja nur nach der Arbeit oder in der Freizeit geprobt. Die musikalische Umrahmung der Einweihung des "Heinrich-Heine-Saales" in Neumark wurde als erster öffentlicher Auftritt des Blasorchesters des Braunkohlenwerkes Neumark gewertet. Das Bergmannslied "Glück auf", der Walzer "Im grünen Wald" und der "43er Marsch" kamen als erste Musikstücke zur Aufführung, worauf die damals jungen Musikanten sehr stolz waren. Mit diesen 3 Musikstücken wagte sich das neugegründete Blasorchester nach Senftenberg in die Bergbauingenieurschule und nach Lauchhammer zur musikalischen Umrahmung von Festveranstaltungen. Im Jahre 1954 folgten weitere Einsätze zum "Tag des deutschen Bergmanns" und zum 1. Mai in Form von Marschmusikumzügen.

1955 bekam das Blasorchester die ersten "Bergmannsehrenkleider", um damit das Braunkohlenwerk Neumark besser repräsentieren zu können. Die Betriebs- und die Gewerk- schaftsleitung akzeptierte die Erfolge des Orchesters und war an einer Weiterqualifizierung interessiert. Deshalb wurden 8-tätige Qualifizierungslehrgänge in den ehemaligen Kinderferienlagern durchgeführt, wobei die Musiker eine Freistellung von der Arbeit erhielten. Der tägliche Ablaufplan im Übungslager sah wie folgt aus:

Vorteilhaft am Übungslager war, daß alle Kollegen am Unterricht und an den Proben teilnehmen konnten und keine anderen Verpflichtungen hatten. Da sich Gerhard Wolf und Gerhard Kuckenburg beruflich verbessern konnten und somit ausschieden, wurden der Musikfreund Georg Vogler und danach der Kapellmeister Ernst Willweber für die weitere Ausbildung gewonnen. Das musikalische Niveau des Orchesters verbesserte sich deutlich, nachdem Ernst Willweber die Leitung übernahm. Zu dieser Zeit mußten ca. 50 Musikeinsätze von den Mitgliedern des Orchesters bewältigt werden.

Im Jahre 1960 wurden die Braunkohlenwerke Neumark und Pfännerhall betrieblich zum VEB BKW Geiseltal-Mitte zusammengelegt, was auch für die Kulturgruppen von großem Nutzen war. Mit Skepsis stießen hier Berufsmusiker vom Braunkohlenwerk Pfännerhall auf Laienmusiker von Neumark. Trotz des unterschiedlichen musikalischen Niveaus entstand ein Kollektiv mit einer gesteigerten Leistung.

Aus dem VEB BKW Geiseltal-Mitte und dem Braunkohlenwerk Mücheln wurde im Jahre 1966 durch Zusammenlegung das VEB Braunkohlenkombinat Geiseltal gebildet. Die Mitgliederzahl des Blasorchesters stieg durch die Verstärkung der Müchelner Musikkollegen auf ca. 50 an. Die Leitung übernahm Hermann Rothe und das Orchester wurde durch die vielen Konzerte in der Region und über die Kreisgrenzen hinaus weiter bekannt. Die alljährlichen Höhepunkte waren der Bergmannstag, das Winzerfest in Freyburg, das Kulturfest auf dem Schottplatz in Jena, die Kurkonzerte in Bad Dürrenberg und die Patenschaften mit dem Brauhaus Halle und der LPG Burgliebenau.

Ein großer Erfolg war das 25-jährige Jubiläum des Orchesters, das am 13. Mai 1977 mit einem öffentlichen Konzert im Kulturhaus Mücheln gefeiert wurde. Das Konzert stand unter dem Motto "Euch zur Freude". Musiker des NVA-Orchesters aus Halle bereicherten das Programm mit solistischen Einlagen.

Paralell zum Orchester bildeten sich kleinere Gruppen, die vor allem zu Tanzveranstaltungen spielten, so das Tanzorchester "Unisono", die "Wittkowski-Combo" und die "Blasmucke" unter Leitung von Josef Wagner.

Die weiteren Jahre verliefen sehr abwechslungsreich. Zum 35-jährigen Bestehen des Orchesters erhielt jedes Mitglied ein Geschenk mit Widmung. 1989 trat Hermann Rothe in den verdienten Ruhestand und Harry Rosbigalle übernahm die anstehenden Aufgaben. Nach der Auflösung des Jugendblasorchesters der Adolf-Holst-Oberschule Mücheln im Jahre 1990 wechselten 13 ältere Jugendliche in das damalige Blasorchester des Braunkohlenkombinates. Auch junge Musikanten vom Jugendblasorchester Roßbach fanden den Weg zu uns, so daß sich das Durchschnittsalter wesentlich verjüngte. Doch die Wende brachte für uns auch neue, unzumutbare Zustände. Unser Proberaum im Kulturhaus und später in der Turnhalle in Braunsdorf konnte im Winter nicht mehr beheizt werden. Der Noten- und Instrumentenraum war einbruchgefährdet, so daß wir uns schnellstens um andere Räume bemühen mußten. In dieser Misere stellte uns der Geschäftsführer der Mitteldeutschen Umwelt- und Entsorgungs GmbH (MUEG), Herr Heinz Keller, im Gebäude des ehemaligen Baubetriebes Kohle in Braunsbedra einen Probe- und einen Instrumentenraum zur Verfügung, so daß die regelmäßigen Proben weitergeführt werden konnten. Der Aufsichtsrat und die Geschäftsleitung der MUEG waren daran interessiert, daß das Bergmannsorchester weiter bestehen bleibt und damit die Tradition der Bergmannsmusik in unserer Region fortgeführt wird.

Nach den neuen gesetzlichen Bestimmungen war es auch erforderlich, einen Musikverein zu gründen und diesen am Kreisgericht in Merseburg notariell registrieren zu lassen. Am 13. September 1991, zur Gründungsveranstaltung, wurde der

Musikverein "Geiseltaler Musikanten e.V." Mücheln-Braunsbedra

von 30 eingeschriebenen Mitgliedern gebildet. Das Ziel des Vereins war, die Erhaltung und die Pflege der Blasmusik im Geiseltal fortzuführen. Es wurde ein neuer Vorstand gewählt mit dem Vorsitz von Harry Rosbigalle. Die musikalische Leitung übernahm Herbert Götze, der zuvor 14 Jahre das Jugendblasorchester der Adolf-Holst-Oberschule in Mücheln leitete.

Ohne unsere Sponsoren, wie die MUEG, die Mibrag, die Stadtverwaltung Mücheln, die Stadtverwaltung Braunsbedra u.a., wären wir nicht in der Lage gewesen, den Neuanfang zu überstehen. Die neue Bergmannskleidung, eine neue Verstärkeranlage, neue Instrumente und Kleinmaterial kosteten ca. 90TDM. Diese Summe wurde uns von den Sponsoren zur Verfügung gestellt. Nach Fertigstellung des neuen Betriebsgebäudes der MUEG bekamen wir dort einen geeigneten Instrumenten- und Proberaum zugewiesen und die kontinuierliche Probenarbeit machte sich in der Qualität der Musik bemerkbar.

Aus gesundheitlichen Gründen gab Harry Rosbigalle seinen Vorsitz ab und als neuer Vorsitzender wurde Lothar Engler gewählt.

Jährlich kommen ca. 40 Einsätze auf die Mitglieder des Orchesters zu, hauptsächlich in den Städten Mücheln, Braunsbedra, Merseburg, Schafstädt, Eisleben, Allstedt, Zeitz, Halle und Leipzig. Auch im Regierungspräsidium Magdeburg, im Kulturpalast Dresden, im Autohaus Gellermann in Paderborn und zur 1200-Jahr-Feier der Müchelner Partnerstadt Hemsbach sind wir schon aufgetreten. Anlässe unserer Konzerte sind vor allem Stadt-, Heimat- oder Dorffeste, aber auch zu Grundsteinlegungen, Richtfesten und sonstigen Festveranstaltungen treten wir auf.

Der Altersdurchschnitt in unserem Blasorchester liegt bei ca. 45 Jahren. Deshalb ist es auch erforderlich, weiteren Nachwuchs auszubilden. Seit 1998 erlernen 8 Schüler Saxophon, 11 erlernen Klarinette, 6 Trompete und 3 Schüler Schlagzeug. Diese Ausbildung ist kostenlos und erfolgt durch die Musikschule Merseburg. Auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind junge, an Ausbildung interessierte Schüler bei uns gern gesehen.

 

 

 

 


 


© Geiseltaler Musikanten e.V. Stand: 25.06.2017